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Albert-Stehlin-Haus
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Albert-Stehlin-Haus  >  Pflege  >  Sterbebegleitung

Die Begleitung sterbender Bewohnerinnen und Bewohner und ihrer Angehörigen
Im Vordergrund der pflegerischen, medizinischen und psychosozialen Betreuung sterbender Bewohnerinnen und Bewohner in unserem Hause steht das Recht auf einen friedvollen, schmerzfreien und würdevollen Tod.
Wir achten die körperlichen, seelischen, religiösen und ethischen Bedürfnisse der sterbenden Bewohnerinnen und Bewohner, um in Zusammenarbeit mit Angehörigen, Ärzten und Seelsorgern für das größtmögliche Wohlbefinden des sterbenden Menschen zu sorgen, wobei die Sterbenden selbst bestimmen, was für sie Wohlbefinden ist. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden in der letzten Phase ihres Lebens begleitet.

Wichtig ist, die sterbenden Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer Individualität besonders wahrzunehmen und die ihnen entsprechenden Angebote zu unterbreiten.
Wir erfragen die Vorstellungen und Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner über ihre letzte Lebensphase möglichst im Vorfeld.

Um das Selbstbestimmungsrecht des sterbenden Menschen zu wahren, beraten wir ebenso im Vorfeld die Bewohnerinnen und Bewohner sowie ggf. auch ihre Angehörigen über die Möglichkeiten der Patientenverfügung und der Vollmacht, um den Wunsch der Bewohnerinnen und Bewohner auf Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen, wie Krankenhauseinweisung bzw. Apparate-Intensivmedizin, unterstützen zu können.

Wir nehmen stets die Bedürfnisse des Körpers, der Sicherheit, nach Liebe und Zuwendung, nach Achtung und nach Selbstverwirklichung wahr und handeln entsprechend.

Bedürfnisse des Körpers
Hilfe bei Schmerzen:
Wir sorgen für eine adäquate Schmerztherapie durch den behandelnden Arzt und treffen Absprachen über mögliche medikamentöse Symptomlinderungen in Rahmen der Bedarfsmedikation.
Wir beachten besonders die Lagerung gegen Druckschmerz, dabei gilt das größtmögliche Wohlbefinden des sterbenden Menschen. Wir achten auf alle Signale, die Schmerzen zum Ausdruck bringen können, besonders auf Mimik, Gestik, angespannte Körperhaltung und reagieren entsprechend, auch wenn keine verbale Kommunikation möglich ist.

Freies Atmen:
Bei Atemnot schaffen wir sofortige Abhilfe durch entsprechende Lagerung, Frischluftzufuhr, beruhigendes Dasein. Sauerstoffgabe erfolgt nur auf ärztl. Anordnung. Das Absaugen ist sorgfältig abzuwägen, weil es sehr belastend ist. Daher entfernen wir das Bronchialsekret in der Mundhöhle immer durch gezielte Mundpflege. Wir achten auf ein angenehmes Raumklima.

Durst:
Wir reichen Säfte, Tees auch in kleinsten Mengen, wobei wir die Vorlieben und die Wünsche der Bewohnerinnen und Bewohner berücksichtigen.

Appetit:
Besondere Essenswünsche werden wahrgenommen und nach Möglichkeit erfüllt.

Körperhygiene:
Für den Fall, dass der sterbende Bewohner seine Wünsche nicht mehr direkt äußern kann, gilt: Ganzwaschungen sind oft zu belastend, so dass häufigere Teilwaschungen und Wäschewechsel als angenehmer empfunden werden. Genauso werden ätherische Öle, wie Lavendel, Rosen oder Orangenöl oft als wohltuender empfunden, als eine parfümierte Körperlotion.

Prophylaxen:
Dekubitus-, Pneumonie, Soorprophylaxen durchführen, aber nie mehr als von sterbenden Bewohnern erwünscht oder toleriert wird. Das Wohlbefinden steht im Vordergrund.

Das Bedürfnis nach Sicherheit
Wir sorgen für eine ständige Erreichbarkeit einer Pflegekraft im Nachtdienst genauso wie im Tagdienst und nach Möglichkeit einer Ärztin oder eines Arztes, einer Bezugsperson, eines Seelsorgers.
Auf Wunsch organisieren wir die ständige Anwesenheit einer der oben genannten Personen soweit wie möglich.
Wir vermitteln die Sicherheit, dass ihren bekundeten Wünschen auch dann entsprochen wird, wenn sie sich nicht mehr äußern können.
Für alle pflegerischen Maßnahmen gilt: den sterbenden Bewohnerinnen und Bewohnern Informationen über Pflegehandlungen geben und unmittelbar davor ankündigen, auch wenn wir vermuten, das keine Aufnahmefähigkeit mehr vorhanden ist.

Das Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung
Wir unterstützen die Begleitung durch die Familie und Freunde.
Wir geben die Zuwendung durch Körperkontakt, durch Blickkontakt, Hand anbieten, einfach da sein, trösten und streicheln.
Wir signalisieren stets Gesprächsbereitschaft, akzeptieren aber auch den Wunsch, einfach nur da zu sein und zu schweigen.
Wir ermöglichen eine Atmosphäre nach den Vorlieben und Wünschen der sterbenden Bewohnerinnen und Bewohner. Zum Beispiel, gedämftes Licht, Kerzenschein, Duftlampe, religiöse Symbole.
Wenn vom sterbenden Menschen erwünscht, werden den Mitbewohnern Besuche ermöglicht.

Das Bedürfnis nach Achtung
Wir wahren besonders die Intimsphäre und die gewohnte Umgebung.
Wir achten die Wünsche, auch den Todeswillen.
Wir achten auch die Ablehnung eines Hilfeangebots.
Wir halten den Essplatz der sterbenden Bewohnerinnen und Bewohner auf dem Wohnbereich frei.

Das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung
Wir entsprechen den religiösen Bedürfnissen und Ritualen der Sterbenden und vermitteln auf Wunsch den entsprechenden seelsorglichen Beistand.
Bei sterbenden Menschen, die ihre Wünsche nicht mehr zum Ausdruck bringen können, versuchen wir in Zusammenarbeit mit Angehörigen, dem behandelnden Arzt und Seelsorger, dem mutmaßlichen Willen der sterbenden Bewohnerinnen und Bewohnern zu entsprechen.
Wir weisen wenn gewünscht auf die Patientenverfügung hin, bzw. legen sie vor.

Angehörige begleiten und unterstützen
Angehörige werden bei der Begleitung ihrer sterbenden Angehörigen von uns unterstützt und entlastet. Sie erhalten von uns notwendige und hilfreiche Informationen.
Im vertraulichen Gespräch versuchen wir eventuelle Verunsicherungen und Ängste, die durch das Miterleben des Sterbens verursacht werden, abzubauen.
Auf Wunsch bieten wir eine Schlafgelegenheit an, (Liegesessel im Zimmer ihrer Angehörigen) sowie auch die Versorgung mit Getränken und Essen.